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Rasenträume
Inatallation
Jahr:     2012
Ort: akku kunstkiste im Stadtpark Uster
Material: Schirmgestelle, Kunststoffröhrchen, Bälle, Saugnäpfe, Petflaschenkringel

Die akku Kunstkiste ist ein kleiner, mobiler Ausstellungsraum,
der die Idee umsetzt, die Kunst in den öffentlichen Raum zu tragen.
So wechselt die Kunstkiste pro Jahr vier Mal ihren Standort
in Uster, um an prominenten Plätzen die Neugier der Passanten
zu wecken. An jedem Ort ist eine Kunst-Ausstellung zu sehen:
Drei der vier jährlichen Ausstellungen werden von den beiden
aktuellen sowie einem ehemaligen akku Stipendiaten arrangiert,
die vierte wird jeweils von einem Gast bestritten.

Haben Sie schon einmal jemanden beim Träumen beobachtet?

Das sind besondere Momente. Sie haben etwas Geheimnisvolles, auch etwas intimes, da wir unvermittelt fremde Innenwelten erahnen. Da platzt man nicht einfach hinein; da ist Behutsamkeit angemessen, aus Respekt vor dem Träumenden und vor dem Traum. Denn Traumgebilde sind flüchtig.

Ursula Hürlimanns Installation Rasenträume in der akku kunstkiste im Stadtpark Uster verschleiert vorerst unseren Blick: Auf den beiden Glasscheiben an den Stirnseiten sind transparente Saugnäpfe mit Plastikringen angebracht. Zusammen mit den Spiegelreflexen vom Lichteinfall bewirken sie einen Moment des Anhaltens - Träume brauchen Schutzräume -
und zugleich laden sie ein, näherzutreten und durch diesen verdichteten Raum hindurchzublicken.
Von der Decke hängt ein filigranes Gebilde aus Metallstäben, dazwischen hellrote Kugeln als Tupfer in einem Liniengeflecht. Zudem transparente Plastikröhrchen und -Plättchen als Kontrast zu den metallischen Verbindungen. Das Gebilde wirkt wie eine molekulare Struktur, die zu wachsen scheint. Wie eine Wolke hängt sie in der Kunstkiste und scheint über die Grenzen des Raumes hinaus zu wollen.
Die Künstlerin Ursula Hürlimann (*1941) hat über den Rasen nachgedacht und widmet ihm ihre Sommer-Installation, die sowohl den Raum des Containers als auch dessen Standort im Stadtpark mit einbezieht.
Nun: Wie soll Rasen sein? Der perfekte Rasen ist grün, dicht, robust und pflegeleicht, heisst es in der Gärtnersprache. Der perfekte Rasen muss aggressiv wachsen. Er muss breite Wurzeln entwickeln und damit die Unkräuter verdrängen.
Aber will das der Rasen? Grün, dicht, robust und pflegeleicht sein? Vielleicht hat er ganz andere Träume: Leicht sein, luftig, raumgreifend. Nicht grün, sondern rot getupft. Nicht adrett rasiert, sondern üppig wuchernd. Nicht liegend, sondern fliegend, auf zu neuen Horizonten!
Ursula Hürlimann, als Kunstschaffende vielfältig kreativ, ist abstrakte Aquarellmalerin auf Grossformaten und arbeitet seit rund 20 Jahren auch dreidimensional. Ihre Werke entstehen für Aussen- und Innenräume, und sie realisiert auch Aufträge für Kunst am Bau. Für ihre Arbeiten verwendet sie gerne gefundene Gegenstände und kunstferne Materialien. Daraus schafft sie Gebilde von klarer Ordnung, die unter Einwirkung von Licht und Schatten poetisch aufgeladen werden und die oft nur auf Zeit sind.

Beim Werk Rasenträume sind es Metallspeichen von zerlegten Kinderschirmen, Teile von Petflaschen, von der Sonne gebleichte Plastikkugeln: Fundsachen, die vorher schon ein Leben hatten und hier ein neues Dasein bekommen. So kann dieser Kunstrasen über sich hinauswachsen und neue Geschichten erzählen. Seine Elemente verbinden sich zu etwas Grösserem. Und überall können neue Verbindungen entstehen, kann Wachstum und Bewegung weitergehen. Wie und wohin, ist offen - zumindest für uns, die Zaungäste im Wachzustand.

Marietta Rohner, Kunsthistorikerin
Have you ever observed someone who is dreaming?

These are special moments. Moments of secrecy, and intimacy, too, since we anticipate someone else?s inner world. Hence, one does not carelessly barge in; caution is called for, with due respect for both the dreamer and the dream. Because dreams are ephemeral.

At first glance, Ursula Hürlimann?s exhibition grass dreams in the akku kunstkiste in the city park Uster veils our vision: transparent suction cups with plastic rings are attached to the glass panels at both fronts. If exposed to the mirror reflexes of light incidence, they bring you to a halt ? dreams need sheltered space ? and at the same time they invite you to come closer and look through this condensed space.

A delicate construct made of metal rods is hanging from the ceiling, with bright red balls acting as spots in between this net of lines. Transparent plastic tubes and discs contribute a further contrast to the metallic assembly. The construction gives the impression of a molecular structure that seems to be growing. It hangs in the kunstkiste like a cloud and it appears as if it wants to transcend the spatial limitations of the container.

The artist Ursula Hürlimann (*1941) has been reflecting on grass and dedicates her summer installation to it, an installation that includes both the container as well as its location in the city park.

Well: how is grass supposed to be? The perfect grass is green, dense, robust and low-maintenance, as they put it in gardener?s jargon. The perfect grass has to grow aggressively. It has to develop strong roots that push aside the weeds.

But does grass really want this? To be green, dense, robust and low-maintenance? Maybe it has altogether different dreams: to be light and airy, to take up space. Not to be green, but red spotted. Not neatly shaved, but rampantly growing. Not lying horizontally, but up in the air, flying to new horizons!

Ursula Hürlimann, multifaceted in her artistic creativity, is an abstract large-format watercolourist and for the last twenty years has also been creating three-dimensional art. Her works are developed for interior as well as exterior spaces, and she also creates Art on Construction. For her works, she likes using found items and materials alien to art. She then turns them into constructions of clear order which find themselves poetically charged in the interplay with light and shadow, and are often not meant to last eternally.

For her work grass dreams she used metal spokes of dissected children?s umbrellas, pieces of pet bottles, and sun-bleached plastic balls: found items that had a former life and are now given a new existence. Thus this artistic grass can outgrow itself and tell new stories. Its elements connect with each other to become something bigger. And new connections can emerge everywhere, growth and movement can continue. How and whereto is open ? at least for us, the onlookers in the waking state.

Marietta Rohner, art historian